Quartalsbericht 1/17 für die Portfolios SmartBeta Chance und Balanced Plus

Das erste Quartal stand wie auch das Jahresende im Zeichen der USA: Gerade in den ersten Wochen des neuen Jahres machte sich an den Aktienmärkten ein nahezu überbordender Optimismus breit. Allem Gerede von Handelskriegen und „America First“ zum Trotz schien die Welt auf die angekündigten Infrastrukturinvestitionen und Steuersenkungen „Made in USA“ zu warten.

Erst im späteren Verlauf des Quartals schienen die Börsenteilnehmer zu realisieren, dass der optimistische Teil der trumpschen Wahlversprechen zumindest mehr Zeit braucht.  Auch die erneute Zinsanhebung der amerikanischen Federal Reserve (Fed) im März verpasste den Aktienmärkten – allen voran den USA – einen leichten Dämpfer.

Bei der europäischen Zentralbank (EZB) hingegen galt „business as usual“. Gelddrucken was die Druckerpresse hergibt. Diskussionen um eine weitere Reduktion der Anleihekäufe wurden vom EZB-Rat mit dem Argument vom Tisch gewischt, dass für die aufkeimende Inflation hauptsächlich das Zwischenhoch des Ölpreises verantwortlich sei, deren Effekt in den Folgemonaten abnähme. Die Anleiherenditen im Euroraum stiegen zwar leicht an, doch Anleihe- und Festzinssparer haben dennoch erkennen müssen, dass die realen Zinsen und Renditen, also der Zins für Tages- oder Festgeld bzw. die Anleiherenditen abzüglich der steigenden Inflationsrate wie Blei in den negativen Bereich absanken. In den USA gingen die Anleiherenditen trotz der Zinsanhebung der Fed paradoxerweise zurück. In der Presse wurde dies unter Berufung auf den ehemaligen Vorsitzenden der Fed als Greenspans Rätsel bezeichnet. Des Rätsels Lösung mag sein, dass sich mehr und mehr Anleger die Renditedifferenz zwischen US-Staatsanleihen und Bundesanleihen zunutze machen, die mittlerweile über zwei Prozent beträgt und US-Staatsanleihen statt Bundesanleihen kauften.

Der Wertzuwachs unserer Portfolios nach den Prinzipien der Asset Allocation war auch im ersten Quartal wieder sehr positiv. Das Portfolio SmartBeta Chance Plus (Tabelle 1) konnte knapp vier Prozent zulegen und die Benchmark klar schlagen. Das Portfolio SmartBeta Balanced Plus (Tabelle 2) wuchs um knapp zwei Prozent – ebenfalls etwas mehr als die Benchmark.

Tabelle 1: Entwicklung Portfolio SmartBeta Chance Plus

Bei der Interpretation der Ergebnistabellen beachten Sie bitte, dass wir Ende Februar ein Rebalancing durchgeführt haben, um die Aktienquote auf das gewünschte Niveau zurückzuführen. Hierfür haben wir einige der bereits gut gelaufenen Aktienpositionen verkauft. In der speziellen Situation des Portfolios SmartBeta Chance Plus haben wir mit den Erlösen die negative Kontokorrentposition (auf der die Kosten und Gebühren des Zertifikats gebucht werden) ausgeglichen. Beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus haben wir zusätzlich die Liquiditätsposition erhöht.

Die Aktienpositionen beider Portfolios waren wie in den beiden Quartalen zuvor der wesentliche Ergebnistreiber. Beim Portfolio SmartBeta Chance Plus stand trotz der Reduktion der Anteile aus Rebalancing ein Plus von knapp drei Prozent zu Buche. Ohne Rebalancing wären mehr als sechs Prozent Kursgewinne sichtbar geworden.

Beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus ergab sich ein Kursgewinn von mehr als fünf Prozent bei Aktien, der jedoch durch die Umschichtung zu Liquidität in der Ergebnistabelle mehr nicht sichtbar wird. Stattdessen ist ein Verlust von zwei Prozent ausgewiesen.

Tabelle 2: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Balanced Plus

Beide Portfolios profitierten vom starken Zuwachs der Standard-Aktien der Industrieländer: Euroland, Pazifik und trotz eines leicht sinkenden US-Dollar auch US-Aktien. Nach dem schwachen Vorquartal konnten sich die Aktien der Schwellenländer wieder erholen, wohl auch weil die Sogwirkung der US-Marktes nachgelassen hat, was sich u.a. in der schwachen Performance der Midcaps USA (Index-ETF Russel 2000) zeigt. Die meisten der großen Schwellenländer, inklusive China und Indien, konnten mit zweistelligen Wertzuwächsen punkten. Schlusslicht der BRICs war Russland mit minus sechs Prozent. Wir sehen die Position des Anlageausschusses weiterhin bestätigt, die US- und Europosition ausgewogen zu halten sowie auch weiterhin eine starke Position in Schwellenländer-Aktien zu halten. Die protektionistischen Töne des Herrn Trump sind derzeit eher in Moll zu vernehmen. Sie bleiben aber ein latentes Risiko – sowohl für die transatlantischen Handelsbeziehungen als auch für die Schwellenländer.

Die eingangs beschriebenen Zinsentwicklungen fanden ihren Niederschlag in den schwach performenden Anleihepositionen. Nahezu verlustfrei blieb die variable verzinsliche Anleiheposition des Portfolios SmartBeta Balanced Plus. Der Barclays Global Aggregate Bond ETF konnte aufgrund seines weltweiten Mix an Anleihen sein Kursniveau knapp halten, während die Staatsanleihen der Europeripherie sowie die Euro Corporate Bond-Position deutliche Kurverluste hinnehmen mussten und damit das Anleiheportfolio des Portfolios SmartBeta Balanced Plus mit 0,7 Prozent in die Verlustzone rutschen ließen. Bei den Anleihen der Schwellenländer, die im Vorquartal stark von der Sogwirkung der USA gebeutelt wurden, war eine leichte Gegenbewegung zu beobachten. Diese reichte zwar nicht aus, die Kursverluste aus dem dritten Quartal 2016 wieder aufzuholen, dennoch sorgten die Anleihen der Schwellenländer für ein kleines Plus bei der Anleiheposition des Portfolio SmartBeta Chance Plus. Die Liquiditätsposition konnte wider Erwarten nicht vom erneuten Anstieg der US-Dollar-Leitzinsen profitieren und litt darüber hinaus unter den leichten Kursverlusten des US-Dollar. Insgesamt stand ein Minus von 1,6 Prozent zu Buche. Beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus stieg der Positionswert aufgrund des Rebalancing trotzdem an. Wir erwarten, dass die Zinserhöhungen in den USA in dem ETF kurzfristig sichtbar werden und gehen darüber hinaus von einem tendenziell stärkeren US-Dollar aus. Insgesamt bleiben wir daher optimistisch für diese Position.

Beide Benchmark-Portfolios profitierten von der starken Aktienposition, die vom Rückgang des US-Dollar nur leicht betroffen war. Der MSCI AC World-Index verzeichnete ein Kursplus von 5,2 Prozent ähnlich zur Aktienposition unseres Portfolios SmartBeta Balanced Plus. Bei der Anleiheposition profitierten die Benchmark-Portfolios von der oben beschriebenen Kursstabilität des Barclays Global Aggregate Bond ETF.

Der Anlageausschuss hat im Februar neben dem Rebalancing keine Änderungen der Positionen beschlossen. Wir erwarten, dass das Portfolio SmartBeta Chance Plus mit seiner Aktienquote von etwas über 70 Prozent seine Aufholjagd gegenüber der Benchmark erfolgreich fortsetzen wird. Das Portfolio SmartBeta Balanced Plus liegt im Rennen mit der Benchmark klar vorn. Das Augenmerk liegt hier auf der Optimierung der Anleiheposition, die wir im Mai vornehmen werden. Kritisch betrachten wir insbesondere das renditelose (Kurs-)Risiko der Staatsanleihen der Europeripherie, die wir in der Vergangenheit bereits mehrfach beschrieben haben.

9.April 2017

Veröffentlicht in Artikel | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Alle Zertfikate der Socialtrading-Plattform wikifolio sind besichert

Investierbare Musterportfolios der Socialtrading-Plattform wikifolio werden von dem Emissionshaus Lang & Schwarz als Zertifikate herausgegeben und können am Markt gekauft werden.

Ein Zertifikat ist eine Schuldverschreibung des Emissionshauses und damit kauft ein Investor auch das Risiko von Lang & Schwarz mit ein, obwohl er eigentlich nur das Zertifikat ohne Emitttentenrisiko haben wollte.

Um das Emittentenrisiko einzuschränken, wurden die Konten und Wertpapiere, die zur Erfüllung der Verpflichtungen aus den verkauften Zertifikaten bei anderen Institutionen gehalten werden, an eine Treuhänder verpfändet.

Weitere Informationen dazu unter: https://www.wikifolio.com/de/de/blog/wikifolio-zertifikate-sind-besichert

Für Anleger sollen – laut wikifolio – keine Mehrkosten entstehen.

23. März 2017

Veröffentlicht in Artikel | Getaggt , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Quartalsbericht 4/16 für die Portfolios SmartBeta Chance und Balanced Plus

Das vierte Quartal stand ganz im Zeichen der USA: Nach Wochen volatiler Seitwärtsbewegungen nahmen der S&P 500 und Dow Jones Index im November eine neuen Anlauf in Richtung historischer Höchststände. Nachdem im Wahlkampf noch die Unzulänglichkeiten eines Präsidenten Trump im Vordergrund der öffentlichen Debatte standen, dominieren seit der Wahlnacht eher die positiven Aspekte des „Trump’schen“ Wahlprogrammes: Infrastrukturinvestitionen, Steuersenkungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen durch die „Reindustrialisierung“ der USA.

Diese, wenn auch einseitig optimistische Interpretation der „Trump’schen“ Wahlversprechen treibt seitdem die Börsen der Industrieländer, allen voran die Aktienbörsen der USA. Hinzukam die Zinsentscheidung der amerikanischen Fed im Dezember. Nach monatelangem Zögern und widersprüchlichen Interpretationen der Wirtschaftslage in den USA erkannten Frau Yellen und die Zentralbankgouverneure recht einhellig eine positive Entwicklung der US-Wirtschaft und hoben den Leitzins um weitere 0,25 Prozent an.

Während dieser Zinsschritt die US-Aktien weiter befeuerte, reagierten die Anleihemärkte bereits im Vorfeld der Zinssteigerung mit steigenden Renditen und dementsprechenden Kursverlusten. Auch Eurolandanleihen konnten sich den Renditesteigerungen und Kursverlusten von der anderen Seite des Atlantiks nicht entziehen. Dennoch bleiben zum Monatsschluss Dezember die meisten Anleiherenditen für Bundesanleihen negativ, da bei der EZB das Gelddrucken auch im vierten Quartal munter weiter ging – wenn auch im Dezember mit reduziertem Ankaufvolumen. So musste man zum Jahresende unverändert draufzahlen, um dem deutschen Staat für sieben Jahre Geld leihen zu dürfen.

In dem beschriebenen Umfeld haben sich unsere Portfolios nach den Prinzipien der Asset Allocation wieder sehr positiv entwickelt. Beide Portfolios konnten im Quartal um über drei Prozent zulegen und die Benchmarks schlagen. Auf Jahressicht ergibt sich beim Portfolio SmartBeta Chance Plus (Tabelle 1) eine Performance von 6,9 Prozent und beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus (Tabelle 2) ein Wertzuwachs von 4,7 Prozent.

Tabelle 1: Entwicklung Portfolio SmartBeta Chance Plus

Die Aktienpositionen beider Portfolios waren wie im Quartal zuvor auch im vierten Quartal der wesentliche Ergebnistreiber. Beim Portfolio SmartBeta Chance Plus stand ein Plus von sechs Prozent zu Buche. Beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus waren es sogar acht Prozent. Beide Portfolios profitierten vom starken Zuwachs bei US-Aktien und vom gleichzeitigen Anstieg des Dollarkurses, so dass insgesamt ein Plus von 11 Prozent beim S&P 500 und sogar 17 Prozent bei Midcaps USA (Russel 2000) zu verzeichnen war. Wir betrachten dies als Bestätigung der Position des Anlageausschusses, die US-Position trotz der häufig geäußerten Sorge der Überbewertung (z.B. nach dem „Shiller Kurs-Gewinn-Verhältnis„) nicht zu reduzieren. Schlusslicht bei den Aktien waren die Schwellenländer. Trotz leichter Erholung bei Brasilien und Russland litten insbesondere China, aber auch viele andere exportorientierte Schwellenländer, unter der starken US-Börse. Anleger schichteten erhebliche Mittel um. Die protektionistischen Töne des Herrn Trump taten ihr Übriges, Aktien der Schwellenländer weniger attraktiv erscheinen zu lassen. Der nur geringe Zuwachs der Schwellenländeraktien ist damit der Hauptgrund für die schlechtere Performance der Aktienposition des Portfolios SmartBeta Chance Plus gegenüber dem Portfolio SmartBeta Balanced Plus.

Tabelle 2: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Balanced Plus

Die Umschichtung von Investitionskapital aus den Schwellenländern wirkte sich ebenfalls negativ auf die Anleihepositionen der beiden Portfolios aus. Die in beiden Portfolios enthaltenen Eurobonds der Schwellenländer mussten mit vier Prozent deutlich höhere Kursverluste hinnehmen, als die Anleiheindizes für Staatsanleihen der Industrieländer. Bei denen stand ein Minus von drei Prozent zu Buche. Am Besten schlugen sich Corporate Bonds mit Minus ein Prozent. Verlustfrei blieb die variable verzinsliche Anleiheposition des Portfolios SmartBeta Balanced Plus. Die Liquiditätsposition konnte vom Anstieg des US-Dollar profitieren und legte mit sieben Prozent zu.

Fazit: Beide Benchmark-Portfolios profitierten von der starken Aktienposition, die von der Aufwertung des US-Dollar unterstützt wurde. Bei der Anleiheposition lagen beide Benchmarks mit drei Prozent im Minus. Insgesamt hat auf Jahressicht das Portfolio SmartBeta Chance Plus mit 6,9 Prozent gegenüber 6,5 Prozent des Benchmarks knapp die Nase vorn. Das Portfolio SmartBeta Balanced Plus liegt mit 4,7 Prozent Wertzuwachs knapp hinter der 5.0 Prozent Performance des Benchmark-Portfolios.

Im Dezember hat der Anlageausschuss  die Positionen unverändert gelassen. Denn im gegenwärtigen, von hohen Unsicherheiten geprägten Marktumfeld ohne klare Tendenzen und Trends betrachten wir die beiden breit diversifizierten Portfolios optimal positioniert, um einerseits an den Marktaufschwüngen zu partizipieren, als auch Abschwünge abfedern zu können.

Im Februar findet das jährliche Rebalancing statt.

Der Anlageausschuss tagt wieder im März.

5. Januar 2017

Veröffentlicht in Artikel | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar