Quartalsbericht für die Portfolios SmartBeta Chance und Balanced Plus

Celle HufeisenDas dritte Quartal stellte die berühmte Börsenweisheit „Sell in May and walk away“ grundlegend auf den Kopf. Die Frühsommersorgen rund um den Brexit, China und Italien verschwanden aus der Presse. Optimismus machte sich breit – selbst hinsichtlich der arg gebeutelten Schwellenländer. Plötzlich waren die positiven Stimmen zum Gelingen des kontrollierten Strukturwandels in China lauter als die Warnungen vor der zunehmenden Verschuldung des Unternehmenssektors. Zu Brasilien hieß es, die Talsohle sei durchschritten. Selbst der russische Aktienmarkt konnte zulegen. Der Ölpreis stieg mit 15 Prozent (Brent) deutlich an. Und nicht zuletzt trugen die Zentralbanken erneut ihren Teil dazu bei, Aktien und Immobilienkäufer bei Laune zu halten.

Die Federal Reserve in den USA (Fed) erkannte große Risiken für die US-Konjunktur und schreckte vor einem zweiten Zinsschritt zurück. Bei der europäischen Zentralbank (EZB) ging das Gelddrucken im dritten Quartal munter weiter. Anleihekäufe bis zu 80 Mrd. Euro sowie Nullzinspolitik ließen die Renditen der Bundesanleihen bis 7 Jahren Restlaufzeit im negativen Terrain. Die wenigen Anleger, die auf dem von der EZB leergefegten Markt noch Staatsanleihen erwerben können, bezahlen offenbar auch weiterhin bereitwillig dafür, ihr Geld für 7 Jahre dem deutschen Staat zu überlassen.

In dem beschriebenen Umfeld zeigte sich erneut die Stärke ausgewogener Portfolios nach den Prinzipien der Asset Allocation. Beide Portfolios konnten zulegen und die Benchmark schlagen.

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Tabelle 1: Entwicklung Portfolio SmartBeta Chance Plus

Die Aktienpositionen beider Portfolios waren im dritten Quartal der wesentliche Ergebnistreiber mit 6 Prozent beim Portfolio SmartBeta Chance Plus und 5 Prozent beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus. Das Portfolio SmartBeta Chance Plus konnte insbesondere von der positiven Wertentwicklung bei den Aktien der Schwellenländer profitieren (+8 Prozent). Beide Portfolios profitierten von der Umkehr der Panikverkäufe europäischer Aktien. Sowohl europäische Bluechips (+6 Prozent) und stärker noch Small Caps Europa (+7 Prozent) konnten ihre Wertverluste des Vorquartals mehr als ausgleichen. Auch die anderen Indizes konnten stark zulegen. Am niedrigsten fiel der Wertzuwachs beim S&P 500 aus, (+3 Prozent). Ursachen hierfür waren vermutlich neben dem schwächeren Dollarkurs, auch die hohen Bewertungen der US-Aktien sowie Unsicherheiten aus dem Präsidentschaftswahlkampf.

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Tabelle 2: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Balanced Plus

Die Anleihepositionen des Portfolios Smartbeta Balanced Plus profitierte von ihrer ausgewogenen Struktur. Staatsanleihen mit höheren Renditeabständen zu Bundesanleihen (Yield Plus) und Euro Corporate Bonds schlugen sich mit jeweils 2 Prozent Wertzuwachs deutlich besser, als der Barclays Global Bond Index, der mehr Staatsanleihen höchster Bonität sowie US-Dollar Anleihen enthält. Beide Portfolios profitierten darüber hinaus von dem zurückgekehrten Vertrauen in die Schwellenländer. Die Anleihen der Schwellenländer konnten einen dreiprozentigen Wertzuwachs verzeichnen. Einzig die Dollar-Liquidität im Portfolio SmartBeta Balanced Plus  verzeichnete Verluste aus der Abwertung des US-Dollar.

Beide Benchmark-Portfolios litten unter der Nullrunde beim Barclays Global Bond Index und dem schwachen Dollarkurs. Sie legten nur geringfügig zu. Insgesamt haben die Benchmark-Portfolios in den ersten neun Monaten noch die Nase vorn, doch schließen die strategisch gemanagten “Plus“-Portfolios wieder auf. Positiv wirken hierbei die renditestärkeren Komponenten bei den Anleihen. Denn Anleihen höchster Bonität bieten im derzeitigen Umfeld nur noch Risiko ohne Rendite. Oder, anders formuliert: Deutsche und amerikanische Staatsanleihen können bei Zinserhöhungen oder auslaufenden Anleihekäufen nur noch Kursverluste erleiden. Kursgewinne sind realistisch betrachtet kaum mehr möglich. Beim stärker risikoorientierten Portfolio SmartBeta Chance Plus sehen wir die Übergewichtung der Schwellenländer gegenüber dem MSCI AC World als Quelle weiterer Zusatzerträge im anstehenden vierten Quartal und haben unsere Position beibehalten. Im Anlageausschuss im September haben wir im Hinblick auf unsere Positionen keine Veränderung vorgenommen.

Der nächste Anlageausschuss tagt im Dezember.

22.10.2016

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Quartalsbericht für die Portfolios SmartBeta Chance und Balanced Plus

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Das zweite Quartal stand den schwindelerregenden Achterbahnfahrten des ersten Quartals in nichts nach. Im April wurde die Wirtschaftsentwicklung Chinas als wieder etwas stabiler eingeschätzt. Das Gerede von Weltwirtschaftskrise, Staatspleiten und Deflation verschwand kurzfristig aus den Wirtschaftsmedien. Rohstoffpreise, und hier insbesondere der Ölpreis, legten zu. Die weltweiten Aktienmärkte zeigten sich positiv gestimmt und setzen ihre Erholung fort.

Doch bereits Ende April sorgten dann schwache Konjunkturdaten aus den USA für eine fast panikartige Aussetzung des erwarteten zweiten Zinsschrittes durch die amerikanische Notenbank (Fed) und zu ebenso panikartigen Verkäufen von Aktien, stärker noch in Europa als in den USA. Nach einer leichten Erholung im Laufe des Mai war der Juni von der bevorstehenden Brexit-Entscheidung geprägt. Der Ausgang ist bekannt.

Nach der Brexit Entscheidung verfielen die Finanzmarktakteure in die übliche Krisenpanik: Flucht aus Aktien hin zu sicheren Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Die beschriebene Entwicklung des zweiten Quartals ist aus Anlegersicht im DAX gut nachgezeichnet. Der DAX schwankte zwischen rund 10.450 Punkten im April und 9.240 Punkten zum Ende des Quartals, nachdem er Anfang Juni sowie kurz vor dem Brexit nochmal auf über 10.250 Punkte geklettert war. Auch der Anleihemarkt zeigte das bekannte Krisenverhalten: Die Zentralbanken sandten die übliche Krisenrethorik, dass eine weitere Finanzkrise um jeden Preis verhindert werde und öffneten wie üblich ihre Geldschleusen. Damit wurde erstmalig auch die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen negativ. Seit Ende Juni bezahlen Anleger den deutschen Staat dafür, ihm für zehn Jahre Geld leihen zu dürfen.

In dem beschriebenen Umfeld zeigte sich die Stärke ausgewogener Portfolios nach den Prinzipien der Asset Allocation. Alle beiden Portfolios konnten zulegen. Das Portfolio SmartBeta Balanced Plus etwa ein Prozent und das Portfolio SmartBeta Chance Plus sogar um zwei Prozent.

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Tabelle 1: Entwicklung Portfolio SmartBeta Chance Plus

Die Anleihepositionen des Portfolios SmartBeta Chance Plus profitierte von der beschriebenen Brexit-Panik am deutlichsten. Sowohl der Barclays Global Bond Index als auch die Anleihen der Schwellenländer waren aufgrund der Umschichtungen aus europäischen Aktien in als sicher angesehene Anleihen stark gefragt. Die gestiegene Nachfrage lieferte prompt Kursgewinne und einen weiteren Renditeverfall. Die Abwertung des Euro um etwa zwei Prozent gegenüber dem ersten Quartal und die daraus resultierende Stärke des US-Dollars unterstützen den Wertzuwachs der globalen Anleihen sowie der US-Dollar-Liquidität. Etwas weniger vorteilhaft entwickelte sich die Anleiheposition des Portfolios SmartBeta Balanced Plus, das gemäss unserer Anlagerichtlinien nur in Euro denominierte Anleihen umfasst. Hauptgrund für die etwas schlechtere Performance ist der einprozentige Wertverlust der variabel verzinslichen Anleiheposition, der sich naturgemäss einstellt, wenn Anleiherenditen sinken.

20160714 SmartBeta Balanced Portfolio

Tabelle 2: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Balanced Plus

Die Aktienpositionen beider Portfolios entwickelten sich trotz der Panikverkäufe europäischer Aktien positiv. Sowohl europäische Blue Chips und stärker noch Small Caps Europa mussten deutliche Abschläge hinnehmen. Am stärksten traf es hierbei Banken, deren Abhängigkeit vom Finanzplatz London kritisch beurteilt wurde. Mehr als ausgeglichen wurde dies jedoch durch die Position in außereuropäische Aktien. Der S&P 500 als auch Aktien Pazifik, Japan und Schwellenländer konnten hingegen zulegen. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass nicht alle Anleger Aktien per se als zu risikoreich ansahen, sondern aus dem Brexit konkret negative Folgen für die Zukunft europäischer Unternehmen erwarten. Es fanden damit Portfolioumschichtungen sowohl zu Anleihen als auch zu Aktien ausserhalb Europas statt.

Beide Benchmark-Portfolios schlugen sich erneut besser. Die Aktienposition profitierte von der geringeren Gewichtung Europas im Vergleich zu unseren Smart Beta-Portfolios sowie von der Tatsache, dass keine Small Caps im Index vertreten sind. Die Anleihe- wie Aktienpositionen profitierten darüber hinaus von ihrer Denominierung in US-Dollar. Der Wertzuwachs des US-Dollars spülte den Benchmark-Portfolios bereits knapp zwei Prozentpunkte Wertzuwachs in die Kassen. Den negativen Kassenbestand haben wir nicht bewertet, werden aber im Laufe des Juli einige Wertpapiere veräußern um den Kassenbestand wieder aufzufüllen.

Insgesamt haben die Benchmark-Portfolios im ersten Halbjahr die Nase vorn. Dies ist nicht nur damit zu begründen, dass in Zeiten eines starken US-Dollar die Benchmark-Portfolios stärker profitieren. Vielmehr haben wir uns im Anlageausschuss im Mai nicht auf einen Brexit hin positioniert und weiter auf die Erholung europäischer Aktien gesetzt. Zugleich haben wir die Anleihekomponente auf mittelfristig sinkende Kurse ausgerichtet, in Erwartung weiterer Zinsschritte der Fed sowie der schrittweisen Erholung der europäischen Peripherieländer und Frankreichs. Der Brexit hat nun die Spielregeln kurzfristig geändert. Dennoch bleiben wir optimistisch, wenn auch etwas verhaltener als vor dem Brexit-Votum. Sollte es den Europäern gelingen, den Brexit als sanften Übergang auszugestalten, wird sich auch die Erholung der europäischen Volkswirtschaften fortsetzen. Damit sollten sich die Effekte der oben beschriebenen Panikreaktionen tendenziell umkehren. Aus dieser Überlegung heraus werden wir auch im laufenden Quartal unsere Aufteilung der Anlageklassen beibehalten. Der nächste Anlageausschuss tagt im August.

14. Juli 2016

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Lohnt sich sparen noch?

Celle Hufeisen

Nach einer Umfrage der Finanzberatung NFS Netfonds Financial Services glauben 67 Prozent noch immer, dass die gesetzliche Rente „sicher“ ist und ausreicht fürs Alter. Die deutschen Anleger lieben daher Tages- und Festgelder, Bausparverträge, Sparbücher und Lebensversicherungen. Derzeit (Ende Mai 2016) bringen laut FMH Finanzberatung Tagesgeld durchschnittlich 0,28 Prozent und Festgeld bis ein Jahr durchschnittlich 0,34 Prozent Zinsen ein. Selbst die zehnjährige Bundeanleihe wirft nur 0,14 Prozent Rendite ab. Der Spareckzins beträgt 0,05 Prozent. Bei den Lebensversicherungen gehen die Garantiezinsen kontinuierlich zurück und sollen gänzlich aufgehoben werden. Die Versicherung Ergo plant gänzlich aus dem Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen auszusteigen.

Wer langfristig auf eine Immobilie anspart und privat fürs Alter vorsorgen will oder muss, benötigt eine Verzinsung. Ohne Zins und Zinseszins wird es nicht klappen. Die gegenwärtige Niedrig- oder Nullzinspolitik der europäischen Zentralbank (EZB) wird damit zu einer Schicksalsfrage für viele Privatanleger und Sparer.

In unserem Buch Krisensicher Investieren sind wir auf die Bedeutung des langfristigen Sparens und den Zinseszins-Effekt eingegangen und haben gefragt: Was kommt am Ende beim Sparen heraus und ist dies hinreichend für Ihre Vorhaben und Wünsche?

Der Wertzuwachs der Geldanlage hängt von der erzielbaren Verzinsung ab.

Wünschen Sie, Eigenkapital für eine Immobilie anzusparen, liegt Ihr Zielbetrag in etwa fest. Wenn Sie heute wissen, dass Sie 50.000 Euro Eigenkapital benötigen, lässt sich aus diesen Angaben ein Sparplan entwickeln. Unter der Annahme einer heute mit sicheren Sparformen nicht erzielbaren, vierprozentigen Verzinsung müssten Sie ohne Berücksichtigung von Kapitalertragsteuern monatlich 750 Euro sparen. Bei einer heute mit sicheren Sparformen wie Tagesgeld erzielbaren Verzinsung von 0,5 Prozent würde der erforderliche Sparbetrag von 750 Euro auf 810 Euro ansteigen.

Zwei Erkenntnisse lassen sich aus diesem Beispiel gewinnen: Bei kurzen Ansparzeiten ist der Zinsertrag Ihrer monatlichen Sparraten nicht besonders groß. Die 60 Monatsraten à 750 Euro erbringen einen Kapitaleinsatz von insgesamt 45.000 Euro und dementsprechend Zinserträge von nur 5.000 Euro, da in fünf Jahren der Zinseszinseffekt noch nicht besonders groß ist.

Zum anderen ist das Ergebnis stark von der erzielbaren Höhe der Verzinsung ab. Die folgende Tabelle verdeutlicht diesen Zusammenhang für eine monatlich konstante Anlage von 100 Euro zu 2 Prozent, 5 Prozent und 10 Prozent. Es wird deutlich, dass Sparen nur über sehr lange Zeiträume von 10 Jahren und mehr, und auch dann nur mit Verzinsungen von 5 Prozent und mehr, einen wirksamen Beitrag zu ihrem Vermögensaufbau leisten kann.

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Schlimmer wird die Situation für die mit 2 Prozent verzinsten Geldanlagen noch durch Inflation. Wenn gleichzeitig eine Inflationsrate von nur 1 Prozent existiert, liegt die Kaufkraft ihrer Ersparnisse nach 20 Jahren noch etwa beim eingezahlten Kapital, bei 2 Prozent Inflation, nur noch bei knapp 20.000 Euro. Also, Sie sparen 20 Jahre, können sich aber weniger leisten als heute.

Wenn die sichere Verzinsung ausfällt, müssen Anleger, die Vermögensaufbau auch in Niedrigzinsphasen betreiben wollen, andere Renditequellen in Betracht ziehen

Die folgende Grafik zeigt Ihnen für einen noch längeren Zeitraum, wie sich 1 Euro für unterschiedliche Zinsen oder prozentuale Erträge (Renditen) entwickelt hätte. Nach 40 Jahren hätten Sie gegenüber einer beliebigen Vergleichsanlage (wie Sparbuch) bei 1 Prozent größerer Rendite bereits das 1,5fache des Sparbetrages erhalten, bei 3 Prozent Verzinsungsvorteil sogar das 3,3fache. Nur, wie ist das im heutigen Zinsumfeld zu bewerkstelligen?

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Die Rendite Ihrer Geldanlage wiederum ist unmittelbar mit dem Risiko verknüpft.

Eine wichtige Erkenntnis aus den obigen Beispielen ist, dass größere Risiken bei der Geldanlage erforderlich sind, um auskömmliche Renditen zu erzielen. Andererseits muss jeder Anleger genau abwägen, ob er diese Risiken eingehen kann und möchte. Einfach mehr in Aktien zu investieren, ist sicher kein Allheilmittel und hängt stark von Ihrem Anlageziel ab. Im obigen Beispiel können 4 Prozent Verzinsung gegenüber 0,5 Prozent Verzinsung nicht ohne einen Wechsel der Anlagestrategie erreicht werden, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erheblich mehr Risiken führt. Sie müssen als Anleger daher genau festlegen, ob mit Ihrem klaren Sparziel vor Augen eine monatliche Ersparnis von 60 Euro (Unterschied zwischen der Sparrate von 750 Euro bei 4 Prozent und von 810 Euro bei 0,5 Prozent Verzinsung) das zusätzliche Risiko wert ist! Dies ist bei kurz- bis mittelfristigen Anlagehorizonten grundsätzlich zu bezweifeln und kann sich bei schwachen Aktienmärkten auch komplett ins Gegenteil verkehren.

Für die langfristige Vorsorge können und sollten mehr Risiken eingegangen werden.

Das folgende Beispiel verdeutlicht eine Situation mit einem langfristigen Anlagehorizont, in der sich der Anleger für eine risikoreichere Strategie entscheiden könnte. Wünschen Sie, z.B., als 35-jähriger im Alter über eine Million Euro zu verfügen, müssen Sie bis zur Vollendung Ihres 65. Lebensjahres bei konstant 0,5 Prozent Zinsen monatlich etwa 2.575 Euro sparen. Bei konstant 5 Prozent Zinsen reichen bereits 1.221 Euro, um dieses Ziel zu erreichen, und bei 8 Prozent 705 Euro.

Der Unterschied im monatlichen Sparbetrag ist extrem groß, da über lange Zeiträume der Zinseszinseffekt im Vergleich zwischen 0,5 Prozent, 5 Prozent und 8 Prozent Verzinsung eine erhebliche Rolle spielt. Natürlich kann der 35jährige im obigen Beispiel seine Wunschverzinsung nicht einfach wählen. Sucht er eine höhere Verzinsung als auf einem sicheren Sparkonto, Festgeldkonto oder mit Bundesanleihen, muss er auch bereit sein, größere Risiken bei der Geldanlage einzugehen, und in höher verzinsliche Unternehmens-, Staatsanleihen oder Aktien investieren. Dies ist insbesondere auch bei der Altersvorsorge dringend erforderlich.

Diese Kalkulation ist ohne Steuern und Kaufkraftverluste durch Inflation durchgeführt worden. Sie verdeutlicht aber, in welcher Bredouille sich Sparer befinden. Der heutigen jüngeren Generation wird es durch die Niedrigzinspolitik der europäischen Zentralbank beinahe unmöglich gemacht vorzusorgen. Deswegen ist es notwendig, dass ein Vermögensaufbau nicht durch Sparen auf einem Geldkonto erfolgt, sondern strategisch geplant werden muss. Dazu gehört, dass im gegenwärtigen Rendite- und Zinsumfeld besonders auf geringe Kosten geachtet wird.

Denn bei niedrigen Zinsen und Renditen fressen häufig Fonds- und Depotgebühren von ein, zwei Prozent die mickrigen Erträge auf. Ebenso sollte durch ein diversifizierten Anlagemix mit Investitionen wie in internationale und nationale Aktien (-Fonds), vorzugsweise ETF, und internationale Anleihen (-ETF) versucht werden, wenn es in die eigene Risikoneigung passt, langfristig höhere Erträge zu erzielen – damit sich Sparen wieder lohnt!

31. Mai 2016

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