Quartalsbericht 4/16 für die Portfolios SmartBeta Chance und Balanced Plus

Das vierte Quartal stand ganz im Zeichen der USA: Nach Wochen volatiler Seitwärtsbewegungen nahmen der S&P 500 und Dow Jones Index im November eine neuen Anlauf in Richtung historischer Höchststände. Nachdem im Wahlkampf noch die Unzulänglichkeiten eines Präsidenten Trump im Vordergrund der öffentlichen Debatte standen, dominieren seit der Wahlnacht eher die positiven Aspekte des „Trump’schen“ Wahlprogrammes: Infrastrukturinvestitionen, Steuersenkungen und die Schaffung von Arbeitsplätzen durch die „Reindustrialisierung“ der USA.

Diese, wenn auch einseitig optimistische Interpretation der „Trump’schen“ Wahlversprechen treibt seitdem die Börsen der Industrieländer, allen voran die Aktienbörsen der USA. Hinzukam die Zinsentscheidung der amerikanischen Fed im Dezember. Nach monatelangem Zögern und widersprüchlichen Interpretationen der Wirtschaftslage in den USA erkannten Frau Yellen und die Zentralbankgouverneure recht einhellig eine positive Entwicklung der US-Wirtschaft und hoben den Leitzins um weitere 0,25 Prozent an.

Während dieser Zinsschritt die US-Aktien weiter befeuerte, reagierten die Anleihemärkte bereits im Vorfeld der Zinssteigerung mit steigenden Renditen und dementsprechenden Kursverlusten. Auch Eurolandanleihen konnten sich den Renditesteigerungen und Kursverlusten von der anderen Seite des Atlantiks nicht entziehen. Dennoch bleiben zum Monatsschluss Dezember die meisten Anleiherenditen für Bundesanleihen negativ, da bei der EZB das Gelddrucken auch im vierten Quartal munter weiter ging – wenn auch im Dezember mit reduziertem Ankaufvolumen. So musste man zum Jahresende unverändert draufzahlen, um dem deutschen Staat für sieben Jahre Geld leihen zu dürfen.

In dem beschriebenen Umfeld haben sich unsere Portfolios nach den Prinzipien der Asset Allocation wieder sehr positiv entwickelt. Beide Portfolios konnten im Quartal um über drei Prozent zulegen und die Benchmarks schlagen. Auf Jahressicht ergibt sich beim Portfolio SmartBeta Chance Plus (Tabelle 1) eine Performance von 6,9 Prozent und beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus (Tabelle 2) ein Wertzuwachs von 4,7 Prozent.

Tabelle 1: Entwicklung Portfolio SmartBeta Chance Plus

Die Aktienpositionen beider Portfolios waren wie im Quartal zuvor auch im vierten Quartal der wesentliche Ergebnistreiber. Beim Portfolio SmartBeta Chance Plus stand ein Plus von sechs Prozent zu Buche. Beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus waren es sogar acht Prozent. Beide Portfolios profitierten vom starken Zuwachs bei US-Aktien und vom gleichzeitigen Anstieg des Dollarkurses, so dass insgesamt ein Plus von 11 Prozent beim S&P 500 und sogar 17 Prozent bei Midcaps USA (Russel 2000) zu verzeichnen war. Wir betrachten dies als Bestätigung der Position des Anlageausschusses, die US-Position trotz der häufig geäußerten Sorge der Überbewertung (z.B. nach dem „Shiller Kurs-Gewinn-Verhältnis„) nicht zu reduzieren. Schlusslicht bei den Aktien waren die Schwellenländer. Trotz leichter Erholung bei Brasilien und Russland litten insbesondere China, aber auch viele andere exportorientierte Schwellenländer, unter der starken US-Börse. Anleger schichteten erhebliche Mittel um. Die protektionistischen Töne des Herrn Trump taten ihr Übriges, Aktien der Schwellenländer weniger attraktiv erscheinen zu lassen. Der nur geringe Zuwachs der Schwellenländeraktien ist damit der Hauptgrund für die schlechtere Performance der Aktienposition des Portfolios SmartBeta Chance Plus gegenüber dem Portfolio SmartBeta Balanced Plus.

Tabelle 2: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Balanced Plus

Die Umschichtung von Investitionskapital aus den Schwellenländern wirkte sich ebenfalls negativ auf die Anleihepositionen der beiden Portfolios aus. Die in beiden Portfolios enthaltenen Eurobonds der Schwellenländer mussten mit vier Prozent deutlich höhere Kursverluste hinnehmen, als die Anleiheindizes für Staatsanleihen der Industrieländer. Bei denen stand ein Minus von drei Prozent zu Buche. Am Besten schlugen sich Corporate Bonds mit Minus ein Prozent. Verlustfrei blieb die variable verzinsliche Anleiheposition des Portfolios SmartBeta Balanced Plus. Die Liquiditätsposition konnte vom Anstieg des US-Dollar profitieren und legte mit sieben Prozent zu.

Fazit: Beide Benchmark-Portfolios profitierten von der starken Aktienposition, die von der Aufwertung des US-Dollar unterstützt wurde. Bei der Anleiheposition lagen beide Benchmarks mit drei Prozent im Minus. Insgesamt hat auf Jahressicht das Portfolio SmartBeta Chance Plus mit 6,9 Prozent gegenüber 6,5 Prozent des Benchmarks knapp die Nase vorn. Das Portfolio SmartBeta Balanced Plus liegt mit 4,7 Prozent Wertzuwachs knapp hinter der 5.0 Prozent Performance des Benchmark-Portfolios.

Im Dezember hat der Anlageausschuss  die Positionen unverändert gelassen. Denn im gegenwärtigen, von hohen Unsicherheiten geprägten Marktumfeld ohne klare Tendenzen und Trends betrachten wir die beiden breit diversifizierten Portfolios optimal positioniert, um einerseits an den Marktaufschwüngen zu partizipieren, als auch Abschwünge abfedern zu können.

Im Februar findet das jährliche Rebalancing statt.

Der Anlageausschuss tagt wieder im März.

5. Januar 2017

Facebooktwitterlinkedinmail
Veröffentlicht in Artikel | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Quartalsbericht 3/16 für die Portfolios SmartBeta Chance und Balanced Plus

Celle HufeisenDas dritte Quartal stellte die berühmte Börsenweisheit „Sell in May and walk away“ grundlegend auf den Kopf. Die Frühsommersorgen rund um den Brexit, China und Italien verschwanden aus der Presse. Optimismus machte sich breit – selbst hinsichtlich der arg gebeutelten Schwellenländer. Plötzlich waren die positiven Stimmen zum Gelingen des kontrollierten Strukturwandels in China lauter als die Warnungen vor der zunehmenden Verschuldung des Unternehmenssektors. Zu Brasilien hieß es, die Talsohle sei durchschritten. Selbst der russische Aktienmarkt konnte zulegen. Der Ölpreis stieg mit 15 Prozent (Brent) deutlich an. Und nicht zuletzt trugen die Zentralbanken erneut ihren Teil dazu bei, Aktien und Immobilienkäufer bei Laune zu halten.

Die Federal Reserve in den USA (Fed) erkannte große Risiken für die US-Konjunktur und schreckte vor einem zweiten Zinsschritt zurück. Bei der europäischen Zentralbank (EZB) ging das Gelddrucken im dritten Quartal munter weiter. Anleihekäufe bis zu 80 Mrd. Euro sowie Nullzinspolitik ließen die Renditen der Bundesanleihen bis 7 Jahren Restlaufzeit im negativen Terrain. Die wenigen Anleger, die auf dem von der EZB leergefegten Markt noch Staatsanleihen erwerben können, bezahlen offenbar auch weiterhin bereitwillig dafür, ihr Geld für 7 Jahre dem deutschen Staat zu überlassen.

In dem beschriebenen Umfeld zeigte sich erneut die Stärke ausgewogener Portfolios nach den Prinzipien der Asset Allocation. Beide Portfolios konnten zulegen und die Benchmark schlagen.

screen-shot-2016-10-22-at-22-05-32

Tabelle 1: Entwicklung Portfolio SmartBeta Chance Plus

Die Aktienpositionen beider Portfolios waren im dritten Quartal der wesentliche Ergebnistreiber mit 6 Prozent beim Portfolio SmartBeta Chance Plus und 5 Prozent beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus. Das Portfolio SmartBeta Chance Plus konnte insbesondere von der positiven Wertentwicklung bei den Aktien der Schwellenländer profitieren (+8 Prozent). Beide Portfolios profitierten von der Umkehr der Panikverkäufe europäischer Aktien. Sowohl europäische Bluechips (+6 Prozent) und stärker noch Small Caps Europa (+7 Prozent) konnten ihre Wertverluste des Vorquartals mehr als ausgleichen. Auch die anderen Indizes konnten stark zulegen. Am niedrigsten fiel der Wertzuwachs beim S&P 500 aus, (+3 Prozent). Ursachen hierfür waren vermutlich neben dem schwächeren Dollarkurs, auch die hohen Bewertungen der US-Aktien sowie Unsicherheiten aus dem Präsidentschaftswahlkampf.

screen-shot-2016-10-22-at-22-10-49

Tabelle 2: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Balanced Plus

Die Anleihepositionen des Portfolios Smartbeta Balanced Plus profitierte von ihrer ausgewogenen Struktur. Staatsanleihen mit höheren Renditeabständen zu Bundesanleihen (Yield Plus) und Euro Corporate Bonds schlugen sich mit jeweils 2 Prozent Wertzuwachs deutlich besser, als der Barclays Global Bond Index, der mehr Staatsanleihen höchster Bonität sowie US-Dollar Anleihen enthält. Beide Portfolios profitierten darüber hinaus von dem zurückgekehrten Vertrauen in die Schwellenländer. Die Anleihen der Schwellenländer konnten einen dreiprozentigen Wertzuwachs verzeichnen. Einzig die Dollar-Liquidität im Portfolio SmartBeta Balanced Plus  verzeichnete Verluste aus der Abwertung des US-Dollar.

Beide Benchmark-Portfolios litten unter der Nullrunde beim Barclays Global Bond Index und dem schwachen Dollarkurs. Sie legten nur geringfügig zu. Insgesamt haben die Benchmark-Portfolios in den ersten neun Monaten noch die Nase vorn, doch schließen die strategisch gemanagten “Plus“-Portfolios wieder auf. Positiv wirken hierbei die renditestärkeren Komponenten bei den Anleihen. Denn Anleihen höchster Bonität bieten im derzeitigen Umfeld nur noch Risiko ohne Rendite. Oder, anders formuliert: Deutsche und amerikanische Staatsanleihen können bei Zinserhöhungen oder auslaufenden Anleihekäufen nur noch Kursverluste erleiden. Kursgewinne sind realistisch betrachtet kaum mehr möglich. Beim stärker risikoorientierten Portfolio SmartBeta Chance Plus sehen wir die Übergewichtung der Schwellenländer gegenüber dem MSCI AC World als Quelle weiterer Zusatzerträge im anstehenden vierten Quartal und haben unsere Position beibehalten. Im Anlageausschuss im September haben wir im Hinblick auf unsere Positionen keine Veränderung vorgenommen.

Der nächste Anlageausschuss tagt im Dezember.

22.10.2016

Facebooktwitterlinkedinmail
Veröffentlicht in Artikel | Getaggt , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , , | Hinterlassen Sie einen Kommentar

Quartalsbericht für die Portfolios SmartBeta Chance und Balanced Plus

cropped-Titelbild-copy-e1442230385660.png

Das zweite Quartal stand den schwindelerregenden Achterbahnfahrten des ersten Quartals in nichts nach. Im April wurde die Wirtschaftsentwicklung Chinas als wieder etwas stabiler eingeschätzt. Das Gerede von Weltwirtschaftskrise, Staatspleiten und Deflation verschwand kurzfristig aus den Wirtschaftsmedien. Rohstoffpreise, und hier insbesondere der Ölpreis, legten zu. Die weltweiten Aktienmärkte zeigten sich positiv gestimmt und setzen ihre Erholung fort.

Doch bereits Ende April sorgten dann schwache Konjunkturdaten aus den USA für eine fast panikartige Aussetzung des erwarteten zweiten Zinsschrittes durch die amerikanische Notenbank (Fed) und zu ebenso panikartigen Verkäufen von Aktien, stärker noch in Europa als in den USA. Nach einer leichten Erholung im Laufe des Mai war der Juni von der bevorstehenden Brexit-Entscheidung geprägt. Der Ausgang ist bekannt.

Nach der Brexit Entscheidung verfielen die Finanzmarktakteure in die übliche Krisenpanik: Flucht aus Aktien hin zu sicheren Staatsanleihen und Unternehmensanleihen. Die beschriebene Entwicklung des zweiten Quartals ist aus Anlegersicht im DAX gut nachgezeichnet. Der DAX schwankte zwischen rund 10.450 Punkten im April und 9.240 Punkten zum Ende des Quartals, nachdem er Anfang Juni sowie kurz vor dem Brexit nochmal auf über 10.250 Punkte geklettert war. Auch der Anleihemarkt zeigte das bekannte Krisenverhalten: Die Zentralbanken sandten die übliche Krisenrethorik, dass eine weitere Finanzkrise um jeden Preis verhindert werde und öffneten wie üblich ihre Geldschleusen. Damit wurde erstmalig auch die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen negativ. Seit Ende Juni bezahlen Anleger den deutschen Staat dafür, ihm für zehn Jahre Geld leihen zu dürfen.

In dem beschriebenen Umfeld zeigte sich die Stärke ausgewogener Portfolios nach den Prinzipien der Asset Allocation. Alle beiden Portfolios konnten zulegen. Das Portfolio SmartBeta Balanced Plus etwa ein Prozent und das Portfolio SmartBeta Chance Plus sogar um zwei Prozent.

20160714 SmartBeta Chance Portfolio

Tabelle 1: Entwicklung Portfolio SmartBeta Chance Plus

Die Anleihepositionen des Portfolios SmartBeta Chance Plus profitierte von der beschriebenen Brexit-Panik am deutlichsten. Sowohl der Barclays Global Bond Index als auch die Anleihen der Schwellenländer waren aufgrund der Umschichtungen aus europäischen Aktien in als sicher angesehene Anleihen stark gefragt. Die gestiegene Nachfrage lieferte prompt Kursgewinne und einen weiteren Renditeverfall. Die Abwertung des Euro um etwa zwei Prozent gegenüber dem ersten Quartal und die daraus resultierende Stärke des US-Dollars unterstützen den Wertzuwachs der globalen Anleihen sowie der US-Dollar-Liquidität. Etwas weniger vorteilhaft entwickelte sich die Anleiheposition des Portfolios SmartBeta Balanced Plus, das gemäss unserer Anlagerichtlinien nur in Euro denominierte Anleihen umfasst. Hauptgrund für die etwas schlechtere Performance ist der einprozentige Wertverlust der variabel verzinslichen Anleiheposition, der sich naturgemäss einstellt, wenn Anleiherenditen sinken.

20160714 SmartBeta Balanced Portfolio

Tabelle 2: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Balanced Plus

Die Aktienpositionen beider Portfolios entwickelten sich trotz der Panikverkäufe europäischer Aktien positiv. Sowohl europäische Blue Chips und stärker noch Small Caps Europa mussten deutliche Abschläge hinnehmen. Am stärksten traf es hierbei Banken, deren Abhängigkeit vom Finanzplatz London kritisch beurteilt wurde. Mehr als ausgeglichen wurde dies jedoch durch die Position in außereuropäische Aktien. Der S&P 500 als auch Aktien Pazifik, Japan und Schwellenländer konnten hingegen zulegen. Dies hängt vermutlich damit zusammen, dass nicht alle Anleger Aktien per se als zu risikoreich ansahen, sondern aus dem Brexit konkret negative Folgen für die Zukunft europäischer Unternehmen erwarten. Es fanden damit Portfolioumschichtungen sowohl zu Anleihen als auch zu Aktien ausserhalb Europas statt.

Beide Benchmark-Portfolios schlugen sich erneut besser. Die Aktienposition profitierte von der geringeren Gewichtung Europas im Vergleich zu unseren Smart Beta-Portfolios sowie von der Tatsache, dass keine Small Caps im Index vertreten sind. Die Anleihe- wie Aktienpositionen profitierten darüber hinaus von ihrer Denominierung in US-Dollar. Der Wertzuwachs des US-Dollars spülte den Benchmark-Portfolios bereits knapp zwei Prozentpunkte Wertzuwachs in die Kassen. Den negativen Kassenbestand haben wir nicht bewertet, werden aber im Laufe des Juli einige Wertpapiere veräußern um den Kassenbestand wieder aufzufüllen.

Insgesamt haben die Benchmark-Portfolios im ersten Halbjahr die Nase vorn. Dies ist nicht nur damit zu begründen, dass in Zeiten eines starken US-Dollar die Benchmark-Portfolios stärker profitieren. Vielmehr haben wir uns im Anlageausschuss im Mai nicht auf einen Brexit hin positioniert und weiter auf die Erholung europäischer Aktien gesetzt. Zugleich haben wir die Anleihekomponente auf mittelfristig sinkende Kurse ausgerichtet, in Erwartung weiterer Zinsschritte der Fed sowie der schrittweisen Erholung der europäischen Peripherieländer und Frankreichs. Der Brexit hat nun die Spielregeln kurzfristig geändert. Dennoch bleiben wir optimistisch, wenn auch etwas verhaltener als vor dem Brexit-Votum. Sollte es den Europäern gelingen, den Brexit als sanften Übergang auszugestalten, wird sich auch die Erholung der europäischen Volkswirtschaften fortsetzen. Damit sollten sich die Effekte der oben beschriebenen Panikreaktionen tendenziell umkehren. Aus dieser Überlegung heraus werden wir auch im laufenden Quartal unsere Aufteilung der Anlageklassen beibehalten. Der nächste Anlageausschuss tagt im August.

14. Juli 2016

Facebooktwitterlinkedinmail
Veröffentlicht in Artikel | Hinterlassen Sie einen Kommentar