Quartalsbericht 1/18 für die Portfolios SmartBeta Chance und Balanced Plus

Achterbahnfahrt ist wohl die beste Umschreibung für das erste Quartal. Am 23. Januar markierte der DAX mit fast 13.560 Punkten ein neues Allzeithoch, um dann bis Mitte Februar fast 1.500 Punkte wieder abzugeben. Fundamentales, wie die erste Leitzinserhöhung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed) in 2018, massenpsychologisches wie die Angst vor einem Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt und der weiterhin vorhandene Anlagenotstand resultierten in einer stark schwankenden Seitwärtsbewegung der Aktienmärkte, die bis heute anhält. Begleitet wurde diese Entwicklung von einem noch schwächeren US-Dollar als bereits Ende 2017.

Als Konsequenz der schwachen Aktienbörsen mussten beide Portfolios im ersten Quartal die Gewinne des Vorquartals wieder abgeben. Das Portfolio SmartBeta Chance Plus verlor 2,9 Prozent, gegenüber 3,0 Prozent Verlust bei der Benchmark. Das Portfolio SmartBeta Balanced Plus verlor 2,7 Prozentpunkte, die Benchmark 2,3 Prozentpunkte. Die Aktienpositionen beider Portfolios verloren kräftig. 2,7 Prozent beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus bzw. 2,6 Prozent beim Portfolio SmartBeta Chance Plus. Aus Sicht unseres in Euro quotierten Portfolios gehörten Aktien USA (- 4 Prozent) und Asien (- 6 Prozent) zu den schwächsten Positionen, gefolgt von Aktien Europa (- 3 Prozent). Bedenkt man, dass die Wechselkursabschwächung bereits 3 Prozentpunkte ausmacht, waren Aktien Europa zusammen mit Asien sogar die schwächste Aktienkategorie, während Schwellenländer bereinigt um den Wechselkurseffekt sogar zulegen konnten.

Tabelle 1: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Chance Plus

Im Anlageausschuss Januar haben wir beschlossen, neben dem Rebalancing einige Veränderungen bei den Aktien und Anleihepositionen vorzunehmen. Bei Aktien des smartbeta balanced plus haben wir den ETF Global Select Dividend durch den MSCI Emerging Markets ETF ersetzt, da wir trotz guter Dividendenerfolge mittelfristig mehr Chancen auf Kursgewinne in den Schwellenländern sehen, und das bei ausreichender Stabilität. Darüber hinaus haben wir die Anleihepositionen beider Portfolios angenähert. Barclays Global Aggregate Bonds sowie Eurozone Yield Plus haben wir in Erwartung weiterer Kursverluste der unterliegenden Staatsanleihen aus den Portfolios genommen und stattdessen eine Position für Euro Corporate Bonds und den Barclays Floating Euro 0-7 Y aufgebaut (Chance) bzw. ausgebaut (Balanced). Damit ist die Anleiheposition auch weitestgehend von der US-Dollar Entwicklung immunisiert. Mit Ausnahme der Anleihen der Schwellenländer, die zu einem überwiegenden Teil in US-Dollar denominiert sind.

Tabelle 2: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Balanced Plus

Durch die genannten Anpassungen sind die Veränderungen der Anleiheposition als Ganzes nicht aussagekräftig. Anleihen der Schwellenländer litten unter dem bereits angedeuteten Wechselkurseinfluss des schwachen US-Dollar, während Corporate Bonds und die variable verzinslichen Barclays Floating Euro 0-7 Y nur leichte Verluste erlitten. Bemerkenswert ist, dass Anleihen die Abwärtsbewegung der Aktienkurse im Januar/Februar mitgemacht haben, also keine Diversifikationseffekte eintraten. Dies ist typisch für Situationen, in denen Anleger eine allgemeine Krise oder Schwäche an den Finanzmärkten zu erkennen glauben, und in sicherere Anlageformen wie Liquidität oder Gold umschichten. Unverständlich ist dennoch, dass sich auf Quartalssicht Euro-Staatsanleihen besser von dem Wertverlust im Januar/Februar erholen konnten als höher verzinsliche Anleihen. Vermutlich spielte hier die Handelskrieg-Rhetorik eine Rolle, die zum Beispiel Bundesanleihen als einen sicheren Hafen erscheinen lässt. Die Kurse der US-Dollar denominierten Treasuries erholten sich hingegen weniger deutlich. Vermutlich hatten deren Kurse unter den steigenden Zinsen bzw. Renditeanforderungen zu leiden.

Die US-Dollar-Liquidität, in USD ausgedrückt, konnte aufgrund der Zinssteigerungen zwar leicht zulegen, wurde aber vom abschwächenden Wechselkurs mit 2 Prozent ins Minus gedrückt.

Der nächste Anlageausschuss tagt im Mai.

24. April 2018

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18. März 2018

 

 

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Quartalsbericht 4/17 für die Portfolios SmartBeta Chance und Balanced Plus

Das vierte Quartal brachte viel Licht und Schatten. Im Oktober und Anfang November setzte sich der Börsenaufschwung des Septembers unverändert fort. Der Dax markierte Anfang November ein neues Allzeithoch mit 13.500 Punkten, und die Börsenwelt schien sich auf eine starke Jahresend-Ralley einzustimmen. Doch ab Mitte November trübte sich das Bild ein. Kriegs- und Krisenrhetorik rund um Nordkorea und den Mittleren Osten bestimmten die politische Großwetterlage und indirekt auch das Börsengeschehen. Ein schwacher US-Dollar, der steigende Ölpreis und die unveränderte Geldpolitik der EZB ließen die europäischen Börsen schwächeln. Ähnlich erging es den Aktien der Schwellenländer, während nordamerikanische Aktien vom schwachen US-Dollar profitieren konnten und trotz bereits hoher Bewertungen weiter zulegten.

Mitte Dezember erhöhte die Fed zum dritten Mal den Leitzins um 0,25 Prozent. Nahezu lehrbuchhaft sanken in der Folge die Anleihekurse, nachdem sie im Oktober und November weitgehend konstant waren. Unternehmensanleihen und Staatsanleihen der Schwellenländer waren von den Kursrückgängen stärker betroffen als Staatsanleihen höchster Bonität.

In dem beschriebenen Umfeld konnten beide Portfolios im vierten Quartal von den positiven Entwicklungen der Aktienmärkte profitieren. Das Portfolio SmartBeta Chance Plus gewann 2,9 Prozent, wie auch die Benchmark. Das Portfolio SmartBeta Balanced Plus stieg um 1,7 Prozentpunkte, die Benchmark sogar um 2,2 Prozentpunkte. Die Aktienpositionen beider Portfolios gewannen – 3,7 Prozent beim Portfolio SmartBeta Balanced Plus und 4,5 Prozent beim Portfolio SmartBeta Chance Plus. Der Unterschied resultiert aus den unterschiedlichen Gewichtungen der Aktienpositionen sowie den Schwellenländeraktien, die trotz der Dollarabwertung um stattliche 6 Prozent zulegen konnten. Asien, allen voran China, Indien und Korea trieben das Wachstum der Schwellenländeraktien, währen Lateinamerika Verluste verzeichnete.

Tabelle 1: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Chance Plus

Wie im Anlageausschuss Oktober beschlossen, haben wir die US-Dollar-Liquidität im Laufe des November um etwa ein Drittel reduziert, was die Verluste aus der unerwarteten Abwertung des US-Dollar begrenzen konnte. Dennoch stand in beiden Portfolios ein Minus von etwas über einem Prozent zu Buche.

Tabelle 2: Entwicklung des Portfolios SmartBeta Balanced Plus

Die Anleiheposition des Portfolio SmartBeta Balanced Plus legte geringfügig zu. Wie eingangs beschrieben konnten Staatsanleihen vom Marktumfeld profitieren, während Unternehmensanleihen und Euro-Anleihen der Schwellenländer nur geringe Zuwächse erzielten. Die in der Tabelle ausgewiesenen Zuwächse der Position der Euro-Anleihen der Schwellenländer resultieren dahen hauptsächlich aus der im Anlageausschuss Oktober beschlossenen Umschichtung zu Lasten der US-Dollar-Liquidität. Das Portfolio SmartBeta Chance Plus und die beiden Benchmarks schnitten etwas besser ab, da das Schwergewicht Barclays Global Aggregate Bond ETF ebenfalls einen größeren Anteil Staatsanleihen aufweist.

Insgesamt konnte sich das Portfolio SmartBeta Chance Plus nicht näher an die Benchmark heranarbeiten, während das Portfolio SmartBeta Balanced Plus einen Teil seines Vorsprungs auf die Benchmark einbüßte.

Der nächste Anlageausschuss tagt im Januar.

10. Januar 2018

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