Überlegt kombinieren

cropped-Titelbild-copy-e1442230385660.pngSeit Jahren sind nicht mehr Anlage- und Investitionsmöglichkeiten das beherrschende Thema auf Partys, Empfängen und Grillfesten. Eine Resignation macht sich breit. Deutsche zögern beim Kauf von Aktien und Anleihen. Sie lassen ihr Erspartes auf Tagesgeldkonten, sind passiv und konsumieren.

Ja, die es stimmt: Die Aktienmärkte haben in vielen Ländern Höchststände erreicht oder liegen nahe daran, obwohl die Weltwirtschaft nicht gerade schwungvoll wächst. Ermöglicht werden die Kurssteigerungen nur durch die monetären Hilfeleistungen vieler Zentralbanken, die die Märkte mit Liquidität eindecken.

Zusätzlich glaubt die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren monatlichen Anleihekäufen über durchschnittlich 60 Milliarden Euro, der fragilen Wirtschaftssituation in Europa nachhaltig aus dem vermeintlichen Tal der Stagnation und Deflation zu helfen und auf den Weg der Besserung zu mehr Wachstum und Inflation zu bringen.

Die Unsicherheit an den Märkten hinterlässt Spuren an den Anleihemärkten, bei den Zinssätzen und den Aktienkursen.

Diese Entwicklungen und Daten kann ein Privatanleger nicht beeinflussen. Aber Anleger und Sparer müssen nicht zu den Verlierern gehören, wenn sie überlegt anlegen und sich breit diversifiziert aufstellen. Eine Verteilung der Anlagegelder auf eine Vielzahl von Anlageklassen bietet einen gesunden Mittelweg zwischen Risikovermeidung und Geldvernichtung auf Tagesgeldkonten sowie vollem Risiko bei ausschließlichen Investitionen in Aktien.

Die Renditen von klug und überlegt diversifizierten Depots bewegen sich zwar nicht ganz auf dem Niveau reiner Aktienportfolios in Schönwetterperioden. Aber sie bleiben wertstabil und erwirtschaften Erträge, wenn die Aktienmärkte in den Keller sausen, und sind langfristig profitabler als reine Aktienportfolios oder auch Tagesgeldanlagen.

Die DekaBank hat im „fondsmagazin“ (Ausgabe 1.2015 oder auch http://www.fondsmagazin.de/drunter-und-drueber/150/1033/53088) in einer Renditematrix die Wertentwicklung verschiedener Anlageklassen für die Jahre 2007 bis 2014 dargestellt.  Dieser bunte Flickenteppich beeindruckt. Zeigt er doch auf, wie unterschiedlich sich Anlageklassen von Jahr zu Jahr entwickeln können. Gewinner von heute sind manchmal die Verlierer von morgen.

Quelle: Dekabank (http://www.fondsmagazin.de/drunter-und-drueber/150/1033/53088)

Erzielten deutsche Aktien nach den Berechnungen der DekaBank noch eine Rendite von 22,3 Prozent in 2007, rutschten sie im folgenden Jahr mit 40,4 Prozent ins Minus. 2010 legten sie beispielsweise wieder 16,1 Prozent zu, um dann mit 14,7 Prozent in den Keller zu rauschen, wo sie das Schlusslicht unter den Anlageklassen bildeten. 2012 waren sie dann wieder Spitze, um dann wieder in 2013 und 2014 Boden zu verlieren.

Ähnliche Achterbahnfahrten legten auch andere Anlageklassen zurück. So verhielten sich deutsche Staatsanleihen fast immer konträr zu den deutschen Aktien. 2008 waren sie top mit einer Rendite von 10,1 Prozent, fielen 2009 stark ab, arbeiteten sich in den zwei folgenden Jahren wieder nach oben, um dann erneut abzustürzen.

Keine der Anlageklassen zeigt eine konstante, stabile Entwicklung auf. Europäische Immobilien weisen mit Renditen zwischen 2 Prozent und 4,5 Prozent die geringsten Schwankungen auf.

Andere Institutionen wie die Commerzbank oder auch die Allianz Global Investors bestätigen die Ergebnisse der Untersuchung der DekaBank. Sie haben andere Anlageklassen kombiniert und über andere Zeiträume untersucht.  Aber auch dort zeigt sich, dass nur die breite Streuung des Vermögens auf eine Vielzahl von Anlageklassen, deren Renditen möglichst nicht gleichläufig verlaufen, Kursschwankungen im Portfolio reduziert werden können, ohne dass sich Renditechancen verringern.

Besonders auch im heutigen, von Unsicherheit geprägten Umfeld ist es wichtig, in die unterschiedlichen Anlageklassen breit diversifiziert und überlegt kombiniert anzulegen. Es ist eine einfache Form des Risikomanagements und besser als das Geld auf dem Tagesgeld- oder Sparkonto zu belassen wie es auch aus der Entwicklung unserer Musterportfolios oder auch dem konkreten Musterdepot myDepot Chance Plus ersichtlich ist.

29. Mai 2015

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